LA VIEILLE FERME
Die relative Dringlichkeit eines neuen Duschvorhangs führt mich zu Fuss durch das Helios-Gelände. Dort, der Leuchtturm, er steht noch, vieles vom Rest jedoch: neu hingebaute, graue Renderings, um bodentiefe Fenster herum gebaut. Oder „Häuser“.
Hier, auf diesen sandigen Feldern, ich kann es bezeugen, spielten sich dereinst Dutzende und Dutzende von Abenden meiner Werdung ab, in den, wie man sagt, prägenden Jahren junger Männerblüte, als es nur ein Gefühl gab: das einer mysteriösen Vorwärtsbewegung. Mir fallen vor allem natürlich die Konzerte im Underground ein. Neulich fand ich das Interpol Konzert, auf dem ich mit Oli war, auf YouTube wieder. Ich hielt das Video ab und zu an, um zu sehen, ob ich mich im Schwenk durch das Halbdunkel des Publikums würde erkennen können, aber ich hätte mich wahrscheinlich, so wie ich mich kenne, weggeduckt, wäre mir die Kamera aufgefallen. Durfte man noch rauchen während des Konzerts? Nein, ich glaube nicht. Das Sfumato auf den Bildern, das sind nicht zarte Tränchen, das ist unsere Technikzeit, das kommt von Kompression und Downsampling, und nicht von bodies in rooms. Auch in der Vergangenheit sind manche Zeiten schon vorbei.
Erinnerungen hängen wie droplets über diesem Bild, das wie als Trigger einen Impuls sendet, und nun fluten allerlei Daten durch meine Trossen, aus diversen Ecken hin zum Text:
der Eingang zum Klub etwa, das fahle Licht aus dem Innenraum, wie es auf die Bierbänke davor fällt, und sich dort mit dem Licht der Glühbirnen, die in Ketten quer durch den kleinen Hof hingen, zu vermengen, zu einem Moment, der die lange unbeschwerte Nacht bezeichnet, ein Flaschenbier, eine Zigarette, selbst gedreht oder aus der Schachtel eines Fremden? Von drinnen kommen die losen Enden einer Musik bei uns an, stark gedämpft. Sogar in dieser geschroteten Form ist Musik das noch: die grosse Vergangenheit, ohne Zukunft. Die passiert nur uns.
Wie es hier JETZT aussieht? So wie es überall aussieht: wie überall. Über-All. How can u not be over that?
Sogar zum Besuch einer Karnevalsparty im Underground habe ich mich mal hinreissen lassen, 2001 oder 2002?, von Marc, der bereits Medizin studierte, und der dort, an diesem Abend, an dem wir eine Indie-Disko-Karnevalsparty besuchten, eine Frau kennenlernte, mit der er dann auch eine Zeit zusammen war. Welche Frau, welches GIRL, hatte ich zu der Zeit im Kopf? Wahr ist: ich kann es nicht sicher sagen.
Vorbei an einem matt silber schimmernden Fahrzeug, das mit seinen Rohren und gerundeten Formen wie das Innere von Warhol’s früher Factory aussieht. Die Firma GRUBENBLITZ.