RUBBER VOMIT BLOB
Trat an den in weissem Marmor gehaltenen counter der kleinen Segafredo®-Filiale im Hauptbahnhof und damit direkt in eine riesige und sich gerade öffnende Duftblume von Desinfektionsmittel, das mich kurzerhand durch einen neuronalen Tunnel—Nostos divides, Algos unites—in den Kreißsaal zurück sog, scharf und plastisch und schneller als das weisse Licht, das den counter hier vor mir erleuchtete, hinter dem die Frau in dem schwarzen Polohemd mit besticktem Schriftzug nun meine Bestellung erwartete.
Der Espresso, den ich dort trank, verursachte für den Rest des Tages eine Flatterhaftigkeit in mir, flache Atmung, hoher Blutdruck (?), eine Art Nervosität, eine wie beständig an meine Nervenenden heran schwappende Ahnung von irgendeiner Schwellenübertretung, die dann aber nie passiert, als körperlicher Gesamtzustand. Als stünde ich den ganzen Tag am Klippenrand zu Etwas.
Diese Idee, dass es am Espresso gelegen haben könnte—keine besonders gute—kam mir erst später, abends, genau genommen auf Platz 12 der Reihe 15, im Konzertsaal, auf dessen Bühne fast im selben Moment ein Musiker des Ensemble Modern die kleinen runden Köpfe der Schlägel auf die grossen Marimbas hernieder liess, und ich wiederum, für eine lange Sekunde dachte, ob ich jetzt, hier, in gedämmtem Saallicht, eine Panikattacke bekomme.
Heute vor 1 Jahr Flug nach NY, Aufbau Ausstellung „Tip Jar Mud Flap“.
Noch liegt der Schnee von Montag. Teils wie gedacht, teils als begehbarer Slush. Die Kälte kommt von unten und von oben.
Geniesse den Text von Bahners über das neue Frick. Ich geh quasi mit ihm dadurch, womit ich meine: Satz und Raum.
Du glaubst, auffer Bohrinsel ist harter Job? Sey mal Thomas Cromwell für ne Woche.